Die Brandrede
«Es sind harte Zeiten angebrochen, meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrter Herr Körner und die Mitglieder der Geschäftsführung: Frau Plies und Herr Dr. Breuninger. Sehen Sie! Die Konkurrenz aus China macht uns zu schaffen. Der Russe. Der Ami. Die Japaner! Wir müssen gegenhalten, wir müssen besser werden, schneller, effizienter ... Sonst droht uns die Zerstörung, die totale Vernichtung, liebe Kolleginnen und Kollegen – wir sind vom Aussterben bedroht, diese Firma wird es, wenn es denn so weitergeht, in fünf Jahren nicht mehr geben, sie werden uns plätten, zerbomben, es wird Brandbomben regnen, der Himmel wird feuerrot erstrahlen», rief er und spuckte. «Es wird ein Gemetzel werden, nein – es ist bereits ein Gemetzel da draußen! Wir müssen angreifen, der Vertrieb muss Gas geben, Panzer müssen rollen und Dörfer sollen brennen, wir legen alles in Schutt und Asche, wir sind es, die gewinnen werden und dominieren werden und es wird ein Sieg ... und ... und ... Meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, lieber Herr Körner, liebe Frau ... Frau ... Es wird glorreich, wenn wir uns anstrengen, wenn Sie sich entscheiden, an meiner Seite zu stehen und wir die Geschütztürme ... aber Sie sehen! Es wird Licht geben, doch bis dahin erwarte ich ... ich erwarte von Ihnen, von Ihnen allen erwarte ich Höchstleistung, denn es wird nicht anders gehen. Wir müssen doch unseren Standort retten und das Reich, also ich meine: Deutschland, wir müssen unser Land retten vor dem Untergang, der uns droht ... und, ja. Ich ... ich übergebe das Wort nun an Sie, Herrn Körner, bitte schön – die Bühne gehört Ihnen.» Verhaltener Applaus und irritierte Gesichter, eine glotzende Belegschaft.
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